Der Prozess von Bobigny, der im Herbst 1972 stattfand, steht im Mittelpunkt von L’Affaire Marie-Claire, einem neuen Film von Lauriane Escaffre und Yvo Muller. Der Fall trug dazu bei, den Weg zur Legalisierung der Abtreibung in Frankreich zu ebnen, und der Film nähert sich ihm anhand der Erfahrungen der beteiligten Frauen.
Charlotte Gainsbourg spielt die Anwältin Gisèle Halimi, während Cécile de France Marie-Claire Chevalier, die Mutter von Marie-Claire, verkörpert. Die Handlung wechselt zwischen den Verhandlungen in einem kleinen Gerichtssaal und Halimis Vorbereitung der Verteidigung. Ihre Strategie besteht darin, einen Fall, bei dem es um Marie-Claires Abtreibung nach einer Vergewaltigung geht, in einen politischen Prozess zu verwandeln.
Der Film räumt Halimi eine zentrale Rolle ein und rückt zugleich auch andere Beteiligte des Verfahrens in den Fokus. Sein Titel signalisiert eine auf Frauen ausgerichtete Perspektive, und die Produktion wird von einer symphonischen Filmmusik von Philippe Rombi getragen.
L’Affaire Marie-Claire bringt die Geschichte ins Kino, nachdem sich bereits mehrere Theaterstücke mit dem Prozess von Bobigny beschäftigt haben, darunter Pauline Bureaus Hors la loi und Reconstitution : Le procès de Bobigny von Emilie Rousset und Maya Boquet. Die Rezension merkt an, dass die Darstellung des Lebens der Frauen im Film überzeugend ist, auch wenn das Drehbuch einige unbeholfene Momente aufweist.
Quellen: Le Monde Culture.