Lee Chang-dongs „Possible Love“ dreht sich um zwei Paare, deren Begegnung Unterschiede in Wohlstand, Macht und sozialen Erfahrungen offenlegt. Der Film soll am 6. November nach einem kurzen Kinostart auf Netflix erscheinen und hat laut der ursprünglichen Rezension den Jurypreis in Venedig gewonnen.
Die Geschichte beginnt bei der Beerdigung eines Fabrikarbeiters, der sich nach dem Verlust seines Arbeitsplatzes das Leben genommen hat. Ye-ji, eine angehende Dokumentarfilmerin, gespielt von Cho Yeo-jeong, filmt bei der Trauerfeier, als Ho-seok, dargestellt von Sul Kyung-gu, Einwände gegen ihre Kamera erhebt. Auch Ho-seok wurde nach einem gewalttätig gewordenen Arbeitskonflikt entlassen. Seine Frau Mi-ok, gespielt von Jeon Do-yeon, versucht, die Konfrontation zu entschärfen.
Später sieht Ye-ji in Ho-seok ein mögliches Thema für einen Dokumentarfilm über die moderne Arbeitswelt. Sie freundet sich mit Mi-ok an, in der Hoffnung, ihn zur Teilnahme zu bewegen. Zugleich steht sie durch ihre Ehe mit dem wohlhabenden Sang-woo, gespielt von Zo In-sung, selbst auf der anderen Seite der Klassengrenze. Während sich die Paare näherkommen, untersucht der Film die Motive der Dokumentarfilmerin und die Ethik des Filmens von Menschen, deren Lebensumstände sie darstellen möchte.
Die Rezension beschreibt das Drama als eine Untersuchung von Neid und sozialer Ungleichheit, die statt auf ausdrückliche Erklärungen auf stille Gespräche und kleine Details setzt. Sie hebt Jeons Darstellung der Mi-ok hervor, deren wachsende Zuneigung zu Ye-jis Aufmerksamkeit der Geschichte sowohl Hoffnung als auch Verletzlichkeit verleiht. Sul und Zo spielen jeweils einen Arbeiter, der nach dem Arbeitskonflikt orientierungslos zurückbleibt, und einen reichen Mann, dem seine Privilegien weitgehend nicht bewusst sind.
Die Spannungen erreichen ihren Höhepunkt, als die vier Erwachsenen und ein Junge ein Wochenende in Sang-woos Sommerhaus verbringen. Der Film verbindet Sozialdrama, Satire und Charakterstudie und richtet den Blick zugleich auf die Rolle der Filmemacherin bei der Gestaltung der Geschichte, die sie erzählen möchte.
Quellen: Rolling Stone.
