Das Musée des civilisations de l’Europe et de la Méditerranée (MuCEM) in Marseille zeigt „Manger les images“, eine Ausstellung über Ikonophagie: die Aufnahme eines Bildes oder eines Objekts, das eine Person oder eine Idee darstellt oder symbolisiert. Zu sehen sind unter anderem Gemälde, Skulpturen, Filme, Amulette und Kekse – religiöse und weltliche, alte und zeitgenössische Objekte.
Die Ausstellung stützt sich auf „Les Iconophages. Une histoire de l’ingestion des images“, ein 2021 erschienenes Buch des Kunsthistorikers Jérémie Koering, der die Schau gemeinsam mit dem MuCEM-Kurator Raphaël Bories kuratiert hat. Die Ausstellung umfasst 430 Werke und Objekte, davon 250 aus den Sammlungen des MuCEM. Dazu gehören Objekte aus dem ehemaligen Musée national des Arts et Traditions populaires in Paris, das 2005 geschlossen wurde und dessen Sammlungen nach Marseille verlegt wurden.
Die Ausstellung ist in drei Kapitel mit jeweils eigenem Titel und Schwerpunkt gegliedert. Zu ihrer zentralen Idee gehören bekannte religiöse Praktiken: Im Katholizismus etwa symbolisiert die Hostie den Leib Christi, wodurch die Kommunion zu einer Form der Ikonophagie wird. Diese Praxis ist weit verbreitet, wurde jedoch als eigenständiges Thema bislang nur wenig erforscht.
Quellen: Le Monde Culture.