Queens of the Stone Age betreten eine Phase, die Frontmann Josh Homme als das "dritte Akt" der Band beschreibt, eine Ära, die durch die Suche nach Frieden nach einer Zeit intensiver persönlicher und beruflicher Umwälzungen definiert ist. Die Gruppe hat kürzlich ihr neuntes Studioalbum mit dem Titel 'Perfecth' veröffentlicht, das laut Homme eine Erkundung der vielen Facetten von Liebe, Herzeleid und der Erkenntnis darstellt, dass Perfektion ein Ideal und keine Erwartung ist. Das Album markiert einen Bruch mit ihrer vorherigen Komfortzone des Hard-Rock und bietet einen expansiveren, seelenvolleren und theatralischeren Sound.
Die Veränderung der kreativen Richtung wurde stark von zwei bedeutenden Ereignissen beeinflusst: Hommes Kampf gegen Krebs und der einzigartige Auftritt der Band in den Pariser Katakomben. Beide Erlebnisse dienten als drastische Konfrontationen mit der Sterblichkeit, die von Homme als Momente beschrieben wurden, die sich wie ein "scharfer Luftzug" anfühlten. Der daraus resultierende Dokumentarfilm 'Alive In Paris And Before' fängt die erschreckende Natur des Auftritts unter den Knochen von sechs Millionen Seelen ein, einer Umgebung, in der es "nirgendwo zu verstecken" gab. Diese Konfrontation mit Chaos und Unsicherheit wurde zum Katalysator für eine Neukonfiguration des Ansatzes der Band gegenüber Musik und Leben.
In einem Interview mit NME diskutierten Homme und Gitarrist Michael Shuman, wie diese Ereignisse ihre Chemie festigten. Homme merkte an, dass er zwar Stabilität in seinem persönlichen Leben sucht, aber beim Auftritten auf Chaos und Unsicherheit angewiesen ist. Er beschrieb das Ziel ihrer Musik als das Spielen von Dingen, die schwer auszusprechen sind, ein Prozess, der eine tiefe Bindung zwischen den Bandmitgliedern erfordert, um effektiv zu kommunizieren. Das Album wurde an verschiedenen Orten aufgenommen, was zu dem führte, was Shuman als eine "Decke" oder "Patchwork" aus disparaten klanglichen Elementen bezeichnet, ähnlich einer Mixtape und nicht einem einheitlichen Sound.
Das Album enthält den Single-Titel 'Easy Street', den Homme als einen Song mit Galgenhumor und dem Wunsch beschreibt, einen friedlichen Ort mit geliebten Menschen zu teilen. Es beinhaltet auch eine überarbeitete Version von 'Sunday', die ursprünglich für ihre Zusammenarbeit mit Iggy Pop im Jahr 2016, 'Post Pop Depression', aufgenommen wurde. Homme enthüllte, dass er zunächst in Erwägung gezogen hatte, den Song für sich selbst zu behalten, aber beschloss, ihn mit Pop zu teilen, um ihr gegenseitiges Engagement zu beweisen. Die Version der Band zielt darauf ab, eine "wackelige" Stimmung einzufangen, die an französischen Disco aus den 70er Jahren erinnert. Während Homme scherzte, dass Iggy die Coverversion hassen könnte, bestätigte er, dass sie seine Segnung haben und lobte Pop als eine einzigartige Figur, die ihre Altersgenossen überdauert hat.
Blickend in die Zukunft plant die Band, die in den Katakomben gelernten theatralischen Lektionen in ihre bevorstehende Tournee einzubauen und deutet auf Elemente des Vaudeville und der Magie hin. Homme betonte, dass diese neue Phase darum geht, die schrecklichen Aspekte des Lebens zu akzeptieren, anstatt gegen sie zu kämpfen, und über die Mentalität von "Krieg und Angriff" ihrer zweiten Phase hinauszugehen. Während sie System of a Down unterstützen und mit Künstlern wie Mastodon und Shania Twain zusammenarbeiten, setzen Queens of the Stone Age ihre Bereitschaft fort, Volatilität als ihre Konsistenz zu umarmen, Grenzen herauszufordern, ohne sich um Markttrends zu kümmern.
Quellen: NME.