Ein Scherz unter Fans darüber, ob „Wicker“ jemals in 4DX laufen würde, wurde Wirklichkeit, als der Verleih Black Bear die Fantasy-Romanze am 28. Oktober in dem Format mit beweglichen Sitzen und Effekten präsentierte. Die Nachfrage war so groß, dass die Kinos die Vorführungen bis zum 5. November verlängerten. So wurde ein ungewöhnlicher Kinobesuch zu einem lebhaften Gemeinschaftserlebnis für Zuschauer, mit denen Rolling Stone sprach.

Der Film basiert auf Ursula Wills-Jones’ Kurzgeschichte „The Wicker Husband“ und handelt von einer Fischerin, gespielt von Olivia Colman, die einen Korbflechter, gespielt von Peter Dinklage, dazu überredet, ihr einen Ehemann aus Weidengeflecht zu machen, dargestellt von Alexander Skarsgård. Szenen aus der unkonventionellen Ehe des Paares – darunter eine leidenschaftliche Vereinigung, bei der das Bett zu Bruch geht – trugen dazu bei, das Interesse daran zu wecken, den Film mit 4DX-Effekten zu sehen.

Für einige Zuschauer war es schwierig, eine Karte zu bekommen. Der New Yorker Robert Belpasso sagte, die Vorstellungen seien ausverkauft gewesen, während er noch versuchte, seinen Kauf abzuschließen. Leen Dweik und ihre Freunde waren bereit, von New York City ins Vorstadtgebiet von New Rochelle zu fahren, bevor im Kino am Times Square Plätze verfügbar wurden. Dweik hatte 4DX noch nie ausprobiert, sagte aber, die Begeisterung des Publikums habe die Vorführung zu einem gemeinsamen Erlebnis gemacht.

Die Bewegungen und Effekte des Formats überraschten einige Besucher ebenfalls. Tia Burkett, die in Kansas Freunde für den Kinobesuch zusammentrommelte, sagte, die Bewegung der Sitze während einer Sexszene habe sich wie eine Achterbahnfahrt angefühlt und die Gruppe zum Lachen gebracht. Andere Fans kamen mit Fragen zur Anatomie der Weidengeflechtfigur und dazu, ob die US-Fassung vollständige frontale Nacktheit zeigen würde – und machten die Spekulationen so zu einem Teil der Unterhaltung an diesem Abend.

Die ungewöhnliche Prämisse und das anzügliche Marketing des Films trugen dazu bei, Aufmerksamkeit zu erregen, doch die Zuschauer verwiesen auch auf seine Themen. Gracie D., ein Fan von Romanzen mit empfindungsfähigen Gegenständen, beschrieb „Wicker“ als albern, ohne sich selbst ganz ernst zu nehmen. Außerdem lobte sie das Interesse des Films an Frauen, die in Beziehungen Respekt und Selbstbestimmung suchen. Dweik sagte, sie schätze die Auseinandersetzung des Films mit einer Romanze zwischen einer Frau und einem „Anderen“.

4DX-Vorführungen werden häufiger mit Actionfilmen in Verbindung gebracht, bei denen Bewegungen und Effekte Verfolgungsjagden und Stunts begleiten. Im Vergleich dazu fiel der Kinoerfolg von „Wicker“ bescheiden aus: Der Film spielte weltweit 13 Millionen Dollar ein, bei einem gemeldeten Produktionsbudget von 10 Millionen Dollar. Seine begeisterte Online-Fangemeinde und die verlängerte 4DX-Laufzeit deuten jedoch darauf hin, dass das Publikum nicht nur von der Neuartigkeit des Formats, sondern auch vom ungewöhnlichen Zugang des Films zur Romantik angezogen wurde.

Quellen: Rolling Stone.