„Cavalo Selvagem Nove“, vertrieben von Searchlight Pictures, folgt den CIA-Agenten Chris und Lee im Chile des Jahres 1973. Chris, gespielt von John Malkovich, ist der erfahrene der beiden; Lee, gespielt von Sam Rockwell, hat weniger Erfahrung. Die beiden sind Freunde, doch der Film behandelt diese Verbundenheit nicht als eine selbstverständliche Folge ihrer jahrelangen Zusammenarbeit.
Chris’ sardonischer Humor, Pessimismus, Katholizismus und Pferdeliebe bestimmen die Geschichte oft. Außerdem redet er mehr, als ein Spion sollte, teils weil er Krebs hat und weiß, dass er stirbt. Zu seinen Erzählungen gehören Operationen und Ereignisse mit Bezug zum Kongo, zu Vietnam und Kuba sowie die Ermordung Kennedys. Er behauptet, 68 Menschen getötet zu haben, doch sein Gegenüber kann nicht sicher sein, wann er die Wahrheit sagt und wann er mit seinem Gerede ablenken will.
Während seines Aufenthalts in Chile sagt Chris einer jungen Frau, die er am Flughafen kennenlernt, dass das Militär bald die Macht übernehmen und Präsident Salvador Allende getötet werden wird. Der Film lässt offen, ob es sich dabei um eine ernst gemeinte Warnung oder eine weitere kalkulierte Äußerung von Chris handelt.
In der zweiten Hälfte nimmt die Geschichte eine andere Wendung, als Chris und Lee die Osterinsel und ihre Moai-Statuen besuchen. Der Film stellt eine Verbindung zwischen diesen Skulpturen und dem Monument Valley her, der amerikanischen Landschaft, die mit den Western von John Ford verbunden ist. In diesem Gegensatz steht das Monument Valley für eine vertraute nationale Heimat, während die Statuen der Insel etwas andeuten, das sich amerikanischem Besitz und Verständnis entzieht.
Diese Spannung verleiht dem Film seine Vorstellung von einem „unmöglichen Western“: einer Welt, in der die Macht, Ereignisse und Bilder zu kontrollieren, ihre Grenzen hat. Chris’ nahender Tod und die missliche Lage, in der er, Lee und die CIA sich befinden, verstärken dieses Gefühl der Begrenztheit. Lee hält die Ereignisse mit einer Heimvideokamera fest, während Chris einen aufschlussreichen Film bei sich trägt. Doch die Bilder vertreiben nicht die wachsende Ungewissheit der Geschichte darüber, wer ein Freund ist und wer sich als Attentäter entpuppen könnte.
Die erste Hälfte kann von Malkovichs eindringlicher Darbietung überlagert wirken, doch der Film entwickelt allmählich eine eigene Form. Seine späteren, melancholischeren Abschnitte entfalten den Gedanken, dass die amerikanische imperiale Macht nicht so absolut ist wie 1973, während Regisseur Martin McDonagh einfache filmische Lösungen vermeidet, wie die Rezension argumentiert.
Quellen: Folha Ilustrada.
