Pessoa. Since I’ve Been Me, ein Bühnenwerk rund um die Poesie von Fernando Pessoa und seinen Heteronymen, eröffnet diesen Freitag das Festival de Otoño de la Comunidad de Madrid. Die Inszenierung, die im Mai 2024 in Florenz uraufgeführt wurde, gehört zu den letzten Werken des amerikanischen Theaterregisseurs Bob Wilson, der 2025 im Alter von 83 Jahren starb. Sie wird am Freitag und Samstag in den Teatros del Canal aufgeführt.

Die portugiesische Schauspielerin Maria de Medeiros führt das siebenköpfige Ensemble an. Sie bezeichnete ihre Rückkehr zur Inszenierung als eine Verantwortung und merkte zugleich an, dass Wilsons akribische Regie seine fortdauernde Präsenz spürbar mache. Während der Proben, erinnert sie sich, drängte er sie, „immer nach oben zu sprechen“ – eine Anweisung, die den Worten ihrer Meinung nach mehr Klarheit und Gewicht verlieh.

Wilsons Bühnensprache ist für ihre präzise, minimalistische visuelle Gestaltung bekannt. De Medeiros sagte, er habe sich intensiv auf die Beleuchtung konzentriert und manchmal wochenlang an einer einzigen Szene gearbeitet. Außerdem wollte er, dass die Darsteller vom ersten Probentag an geschminkt und nahezu vollständig kostümiert waren, damit er Farben, Klang und Atmosphäre gemeinsam gestalten konnte.

Charles Chemin, Co-Regisseur der Inszenierung und künstlerischer Leiter des Watermill Center, sagte, Wilsons Werke seien als lebendige Schöpfungen gedacht gewesen und nicht als unveränderliche Reproduktionen. Wilson gründete das New Yorker Zentrum 1992 als Raum für disziplinübergreifendes künstlerisches Experimentieren. Chemin zufolge war Wilson dagegen, frühere Inszenierungen einfach als Repertoirestücke wieder aufzunehmen, weil sie dadurch ihren schöpferischen Kontext verlieren könnten.

Die Aufführung vereint Pessoas Texte auf Französisch, Italienisch, Portugiesisch und Englisch. Chemin sagte, Wilsons spätere Arbeiten hätten sich zunehmend der Poesie zugewandt, die ihm durch freie Assoziation Raum zur Entwicklung seiner eigenen Theaterperspektive bot. De Medeiros versteht die Inszenierung als Begegnung verschiedener Arten von Poesie, darunter Betrachtungen über die Sterblichkeit und die spielerische Vielgestaltigkeit von Pessoas erfundenen Ichs.

Nach der Eröffnungsproduktion präsentiert das Festival bis zum 29. November 29 Aufführungen aus 18 Ländern in der gesamten Autonomen Gemeinschaft Madrid. Zu den internationalen Teilnehmern zählen das belgische Kollektiv tg STAN, das Centre Dramatique National de Montpellier, die kapverdische Choreografin Marlene Monteiro Freitas und die italienische Tänzerin Cristiana Morganti.

Quellen: El País Cultura.