Alessandro Carloni sagt, seine Erfahrungen als Einwanderer hätten ihm und Co-Regisseurin Erica Rivinoja dabei geholfen, einen Film über den Kater mit Hut zu gestalten, der den Stellenwert der Geschichte in der amerikanischen Kultur achtet und zugleich über das US-Publikum hinausreicht. Der Animationsfilm, produziert für Warner Bros., soll am 5. November in die Kinos kommen.

Carloni erzählte ANSA in Los Angeles, er habe Dr. Seuss’ Buch aus dem Jahr 1957 zum ersten Mal als Teenager gelesen, nachdem sein Vater es ihm geschenkt hatte, als er 14 oder 15 war und gerade ernsthaft begonnen hatte, Englisch zu lernen. Sein Vater ist inzwischen gestorben, weshalb die Gelegenheit, an der Figur zu arbeiten, besonders bewegend sei, sagte er.

Der 1978 in Bologna geborene und in Urbino aufgewachsene Regisseur sagte, Dr. Seuss’ Anfängerbücher hätten ihm geholfen, Englisch zu lernen. Einen Film auf Englisch zu schreiben, der auf einer dieser Geschichten basiert, beschrieb er als einen Moment, in dem sich ein Kreis schließt.

Carloni und Rivinoja wollten die Bedeutung des Buches bewahren und zugleich dafür sorgen, dass der Humor auch bei Zuschauern außerhalb der Vereinigten Staaten funktioniert. Er sagte, sein Hintergrund habe ihm geholfen, zwischen Witzen zu unterscheiden, die kulturübergreifend funktionieren würden, und solchen, die sich nur schwer übersetzen ließen.

Der Film handelt von zwei Geschwistern, die sich an einen Umzug gewöhnen und sich der Herausforderung stellen müssen, ganz von vorn anzufangen. Ihre Besitztümer spiegeln ihre unterschiedlichen Gefühle angesichts der Veränderung wider: Das jüngere Kind liebt das Meer und träumt davon, Pilot zu werden, während seine Schwester die Freunde und das Leben vermisst, die sie zurückgelassen hat. Ihre Mutter wird als pragmatische Erwachsene dargestellt, die die Familie zusammenhält; zwischen ihren Sachen sind Steuerformulare, Rechnungen und andere Unterlagen eingepackt.

Der Kater verwandelt die Kisten in Tore zu einem fantastischen Abenteuer. Statt die Kinder in eine weit entfernte magische Welt zu schicken, führt der Film sie ins Innere der Kisten und auf eine Reise, die von Erinnerungen, Nostalgie und der Vergangenheit geprägt ist. Carloni beschrieb die Geschichte als Betrachtung dessen, was einen Ort zur Heimat macht: woher die Menschen kommen, wohin sie hoffen zu gehen, was sie zurückgelassen haben oder wo die Menschen sind, die sie lieben. Letztlich, sagte er, liege die Heimat in der Gegenwart.

Carlonis Karriere in der Animation führte ihn durch Europa bis nach Hollywood, wo er 2002 zu DreamWorks kam und an Projekten wie „Kung Fu Panda“ und „Drachenzähmen leicht gemacht“ mitarbeitete. 2016 führte er gemeinsam mit Jennifer Yuh Nelson Regie bei „Kung Fu Panda 3“.

Quellen: ANSA Cultura.