Kali Malones neueste Veröffentlichung, Burning Song, markiert eine signifikante Abkehr von den langwierigen Kompositionen, die ihren Ruf in der Drone-Musik-Szene begründeten. Als ihr "Pop-Album" innerhalb des Genres beschrieben, enthält das Album deutlich kürzere Stücke, die reine Emotion über technische kontrapunktische Kanonformen stellen. Während einige diese Wende als Kompromiss ansehen könnten, ist das Ergebnis eine vierzigminütige Sammlung schöner und klagender Tonalität.

Die Aufnahme findet in der Leipziger Thomaskirche statt, wo Malone auf Bachs Orgel spielt. Dieses historische Instrument befindet sich in der Kirche, in der Johann Sebastian Bach seine letzten siebenundzwanzig Jahre als Kantor diente und unter dem Altar begraben liegt. Malone merkte an, dass diese Umgebung den Raum eindeutig wie eine "Kirche für Musik" wirken ließ. Das Album enthält Beiträge der Cellistin Lucy Railton und von Stephen O'Malley von Sunn O))), der zudem Malones Ehemann ist und gezogene akustische Gitarre spielt.

Im Gegensatz zu ihren früheren Werken, die dafür konzipiert waren, dass Hörer darin verloren gehen, verlangen die kompakten Formen und befreiten Stimmungswechsel von Burning Song eine akute Aufmerksamkeit. Das Trio performt mit intensiver Synchronizität und integriert Klänge von Knistern, Atem und Schaben. Der Track Grieving Figure beginnt mit einer gehaltenen Note, die einem fernen Schiffshorn ähnelt, bevor er sich wie ein heftiger Sonnenuntergang aufhellt, während Bells on a Branch vom Klang eines Bienenschwarms zu einer völlig ausgetrockneten Atmosphäre übergeht. Railtons Cello fügt unheilvolle Kreise inmitten des Dramas von Crawling Ashore hinzu.

Das emotionale Gewicht des Albums vermeidet billige Sentimentalität. Die schweren Eröffnungstöne von Map the Path werden als feierlich und doch erschreckend direkt beschrieben, was eine Empfindung erzeugt, als würde Malone ihre Finger von den Tasten heben, um den Hörer an den Schultern zu schütteln.

Quellen: The Guardian Music.