Sam Burtons neues Album „Fairweather Friend“ ist das Ergebnis einer schwierigen Phase, zu der die Trennung von seinem Label, finanzielle Unsicherheit, persönliche Verluste und ein beinahe tödlicher Autounfall gehörten. „Ich habe wirklich alles verloren, als ich versuchte, diese Platte zu bezahlen“, sagte er dem Rolling Stone. „Und ich habe wirklich alles hineingesteckt, was ich hatte.“ Es ist sein drittes Album und erscheint bei Captured Tracks.
Burton begann mit der Arbeit an der Platte, nachdem sein Album „Dear Departed“ aus dem Jahr 2023 kein Publikum gefunden hatte. Er verließ Partisan – eine Entscheidung, die er als einvernehmlich bezeichnete – und unterschrieb bei Captured Tracks. Er arbeitete wieder mit Produzent Jonathan Wilson zusammen, der auch an „Dear Departed“ mitgewirkt hatte, forderte sich aber selbst heraus, ein Album zu machen, mit dem er zufrieden sein würde.
Zu diesem Prozess gehörte, die elf Songs immer wieder aufzunehmen. Burton sagte, der Titeltrack sei in fünf Studios mit fünf verschiedenen Bands aufgenommen worden. Da sein Budget kleiner war, zog er schließlich aus seinem Zuhause in Los Angeles aus und wohnte bei Freunden, bevor er vorübergehend ins Haus seiner Familie in Utah zurückkehrte. Außerdem nahm er die Hälfte des Albums im Echo-Park-Studio von Schlagzeuger Pierce Gibson neu auf und produzierte einen Teil selbst.
Die Platte folgt auf eine Zeit voller Umbrüche. 2022 fuhr Burton seine Band nach Auftritten in der Nähe von St. George, Utah, nach Hause, als ein anderes Auto auf ihre Spur ausscherte. Er bremste, verlor die Kontrolle und prallte gegen ein Polizeiauto. Burton sagte, die Band habe Glück gehabt, ohne schwerwiegendere Folgen davonzukommen. Danach litt er beim Autofahren unter Schuldgefühlen und Panikattacken und trennte sich von einem Bandkollegen, der mit im Van gewesen war.
Burton sagt, diese Erlebnisse hätten zusammen mit dem Ende anderer Beziehungen und den Spannungen während seiner Zeit in Los Angeles Songs wie „Picture People“ und „After Days Slip Away“ geprägt. Als palästinensisch-amerikanischer Musiker empfand er außerdem Wut darüber, dass Musiker in seinem Umfeld nicht über den Konflikt zwischen Israel und Gaza sprachen. Das Songwriting habe ihm geholfen, diese Frustration zu verarbeiten und inneren Frieden zu finden, sagte er.
Zu Beginn seiner Karriere nahm Burton auch Kritik an seinen Live-Auftritten zum Anlass, sich zu verbessern. Nach negativen Rezensionen seiner Auftritte als Vorgruppe von Weyes Blood in Großbritannien und Europa im Jahr 2023 studierte er Akustikauftritte von Neil Young und Bert Jansch, arbeitete an seinem Gitarrenspiel und begann, mit dem Publikum zu sprechen und zu scherzen.
Nach der Veröffentlichung von „Fairweather Friend“ hofft Burton, künftig nicht mehr nur als Vorgruppe aufzutreten, sondern eigene Konzerte als Hauptact zu spielen. „Wenn du immer nur als Vorgruppe spielst, wirst du nie wirklich durchbrechen“, sagte er.
Quellen: Rolling Stone.